22. September 2012

Fotocollage Wald auf Wand gebannt

Fotocollage
Ich habe mich an ein Experiment gewagt. Dinge zusammenbringen, die es so nicht geben kann, wollte ich in einem Bild vereinen. Die entstandene Fotocollage ist mir recht gut gelungen. Sie hat etwas. Beim Betrachten fällt erst auf dem zweiten Blick auf, dass etwas nicht stimmen kann. Flüchtigen Betrachtern werden die Details ganz verborgen bleiben.

Teile der Einzelaufnahmen
Eine Balkonbrüstung mit dem Blick auf ein Waldstück und das Motiv einer weißen brüchigen Wand habe ich als Ausgangsmaterial gewählt. Eigentlich passen beide Motive nicht zusammen. Ein Blick auf den Wald soll die Weite in die Natur zeigen- etwas Freiheit, um sich seinen eigenen Platz zu schaffen. Eine Wand signalisiert: hier ist Schluss, Ende und Aus. Sie lässt wenig freie Luft und noch weniger Raum.

kleine Hinweise
Kleine Hinweise der naturgemäßen Unwahrscheinlichkeiten habe ich in der Fotocollage umkreist und möchte ein wenig darauf eingehen.

Himmel:
An einer Wand kann es keinen blauen Himmel geben. Es sei denn, er ist künstlich angebracht worden. Entweder ist er gemalt, gesprüht oder am PC nachträglich bearbeitet worden.

Geländer:
Theoretisch hätte ich das Geländer herausarbeitet werden müssen. So wäre mehr Tiefe ins Bild gelangt. Aber ich wolle ein anderes Experiment. Auf dem ersten Blick fällt es- denke ich nicht auf, dass mit der Brüstung etwas nicht stimmt. Da sie so schön dunkel ist hebt sie sich zwar farblich sehr gut ab. Doch sie ist weder in die Wand ein geputzt, noch ist sie optisch vor der Wand angebracht. 

Wassertropfen:
Spätestens bei diesem Detail in der Fotocollage, hätte auffallen müssen, dass hier etwas nicht stimmt. Der Wassertropfen hängt völlig klar mit der Spiegelung des Himmels an der Balkonbrüstung. Das ist in der Realität so nicht sichtbar. Somit hätte dieses Foto so nicht fotografiert werden können.

Riss:
Einen derartigen Riss im Metall eines Geländers ist kaum möglich. Kein Rost oder Spuren des Verfalls sind am Metall zu sehen. Dennoch ist da ein grober Riss, der vermuten lässt, dass dieses Geländer nicht mehr lange hält und hinunter stürzen wird. Doch wohin? Es ist ja optisch an/ in der Wand. Also eindeutig unnatürlich.

Doch wer hat es auf den ersten Blick gesehen? Zu viele Informationen und Bilderreize muss das Auge täglich erfassen und verarbeiten. Erkennt dann das Gehirn auf Anhieb, das nicht alles echt ist was wir sehen? Diese Fotocollage wird der Anlass sein, einen neuen Stichpunkt einzuführen: „optische Täuschung“. Es macht mir nicht nur Spaß weitere ähnliche Fotocollagen zu erstellen, sondern auch zu erklären, was an diesem Bild nicht stimmen kann. Mal sehen wohin diese Kreativität mich hinführt.

Schöne optische Täuschung!

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